Jagd in der Praxis

Der Reviergang

Der Reviergang dient der Wildbeobachtung und der Erkundung von Besonderheiten im Revier. Zur Vorbereitung von Revierarbeiten und zur genauen Planung einer Jagd muß sich der Jäger gut im Revier auskennen.

Die Pirsch

Pirschen bedeutet: sich langsam und lautlos auf das Wild zuzubewegen. Dazu sind Pirschwege notwendig, die regelmäßig gefegt, d.h. von Laub und Ästen befreit werden. Der Erfolg der Pirsch ist entscheidend von der Windrichtung abhängig. Nackenwind macht eine Pirsch absolut zunichte, ebenso wie zum Beispiel laute Geräusche im trockenen Laub.

Im Sommer frühmorgens ist die beste Pirschzeit, weil der taunaße Boden dann die vom Jäger verursachten störenden Geräusche weitgehend verschluckt. Im Winter pirscht der Jäger gerne zur Mittagszeit, wenn das Wild auf den sonnenseitigen Hängen oder lichten Waldpartien die Sonnenstrahlen zum Aufwärmen des Körpers nutzt.

Die Bekleidung des Jägers sollte möglichst tarnfarbig und geräuscharm sein, damit er vom Wild nicht bemerkt wird.

Zur Pirschausrüstung gehören Gewehr, Fernglas, Rucksack und Pirschstock.

Ansitz

Der Ansitz ist die am häufigsten durchgeführte Jagdart. Vom Hoch- oder Erdsitz aus wird der Jäger vom Wild nicht wahrgenommen, vorausgesetzt er verhält sich ruhig und der Wind steht günstig. Er kann von hier aus ein entsprechend großes Umfeld ruhig einsehen und das ziehende Wild gut beobachten ohne zu stören, was bei der Bejagung des immer heimlicher werdenden Wildes von Bedeutung ist. Außerdem ist vom Hochsitz aus eine sicherere Schußabgabe möglich, da die Kugel von oben, Richtung Erde fliegt (Kugelfang).

In der Regel sollte der Jäger etwa ein bis zwei Stunden vor Eintreffen des Wildes auf dem Ansitz sein.

Ausrüstung: Gewehr und Fernglas. Für lange Übernachtansitze Verpflegung und warme Bekleidung. Wer auf dem Ansitz friert, kann nicht mehr ruhig sitzen und auch keinen sauberen Schuß abgeben.

Suchjagd, Buschieren, Stöberjagd

Bei diesen drei Jagdarten ist der ausgebildete Jagdhund der Hauptakteur.
  • Die Suchjagd erfolgt im freien Feld mit dem Vorstehhund (z.B. Deutsch-Drahthaar, Großer und Kleiner Münsterländer oder Irish-Setter), der die Wildarten Hase, Kanin, Rebhuhn oder Fasan durch weites Absuchen der Felder findet, vorsteht und nach dem Schuß apportiert.
  • Beim Buschieren sucht der Vorstehhund unter der Flinte (ca. 25 – 30 Meter vor dem Schützen) in gruppiert bewachsenem aber noch übersichtlichem Gelände. Er zeigt Niederwild durch Vorstehen an, so daß der Schütze es erlegen kann.
  • Zur Stöberjagd werden spurlaute Stöberhunde eingesetzt, die Hecken, Dickungen, Jungwald und Schilfpartien selbständig nach Wild absuchen und aus der Deckung heraus dem Jäger zutreiben.
Lockjagd

Fast alle Tierarten lassen sich durch die Nachahmung arteigener Laute oder durch Laute ihrer Beutetiere zu einem bestimmten Platz locken.

Schalenwild wird während der Brunft durch die Fiep- oder Mahnlaute der brunftigen weiblichen Tiere gelockt. Auf den brunftigen Rothirsch wirkt sowohl der nachgeahmte Ruf des Hirsches, als auch der des weiblichen Wildes.

Wildgänse, Wildenten und Ringeltauben lassen sich durch die Nachahmung ihrer eigenen Laute gut locken.

Raubwild wird durch Klagelaute seiner Beutetiere (Hasenklage, Kaninchenklage, Mäusepfeifen) angelockt.

Die einzelnen Lockrufe kann der Jäger entweder mit den Lippen oder mit Instrumenten erzeugen, die entweder aus Naturmaterialien selbst gefertigt werden oder im Fachhandel in großer Auswahl zu beziehen sind. So gibt es z.B. das Mäusepfeifchen und die Hasenquäke, um den Fuchs anzulocken.

Luderplatz

Der Luderplatz dient der Bejagung des Raubwildes. Zerkleinerte Brocken von Wildaufbruch oder nicht mehr verwertbarem Wild (Unfallwild) werden ausgelegt und mit Stroh oder Mist abgedeckt. Der Platz liegt hier gut einsehbar zum Beispiel vor einem Ansitzplatz und entgegen der Hauptwindrichtung. Ein Strohhaufen mit eingestreuten Getreidekörnern zieht Mäuse an und hat dann auf die Raubwildarten Fuchs und Marder die gleiche anziehende Wirkung.

Kirrplatz

Die Kirrung dient der gezielten Bejagung einer bestimmten Wildart, in aller Regel dem Schwarzwild. Landesüblich angebaute Futtermittel wie z. B. Getreide, Mais, Rüben, Kartoffel werden in geringen Mengen so ausgelegt, daß nur Wildschweine an das Futter herankönnen. An der Kirrung können die Wildschweine beobachtet und nach Alter oder Geschlecht gezielt erlegt werden.

Schlachtabfälle oder Abfälle aus verarbeitenden Lebensmittelbetrieben und Küchen dürfen selbstverständlich nicht an Luder- oder Kirrplätzen ausgebracht werden.

Baujagd

Zur Baujagd auf den Fuchs oder seltener auf den Dachs werden die Erdhunde Teckel und Terrier als Spezialisten eingesetzt. Die Aufgabe der Hunde ist es, das Raubwild aus dem Bau zu treiben.

Beim sogenannten Frettieren treiben Frettchen (domestizierte Iltisse) Kaninchen aus ihren Bauen. Die Kaninchen werden dann entweder mit der Flinte erlegt oder mit Netzen gefangen.

Hegering Buchholz i.d. Nordheide



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